Strike Witches:Afrika Kapitel3

From Baka-Tsuki
Jump to: navigation, search

Kapitel 3 - Karlsland

Als ich die Logistikbasis verließ, um mich auf die Suche nach dem Lager zu machen, in dem Marseille stationiert war, erinnerte ich mich an etwas, was mir eine alte Bekannte von der Karlsländer Luftwaffe, Oberleutnant Gundula Rall, erzählte, als ich sie, kurz bevor ich hierherkam, im Hospital besuchte.

"In der Karlsländer Luftwaffe sind die Kampfprotokolle immer peinlichst genau und detailliert zu schreiben. Wer Zeuge des Angriffs war, ob ein Kamerad zu Luft oder eine Bodeneinheit, die ihn bestätigen konnte, dann Details über den Verlauf des Kampfes, welchen Typs der Feind war, welcher Modellnummer, die Anzahl und die Art der abgegebenen Schüsse, wie wir bewaffnet waren... all das musste wir notieren."

Oblt. Rall gestikulierte lebhaft mit beiden Händen, als sie mir von den Details erzählte. Durch ihre offensichtliche Erregung bei diesem Thema fiel es mir leicht, zu verstehen, wie viel Aufwand es gewesen sein muss, diese Berichte zu schreiben.

"Würdest du dir ihre Berichte mal ansehen, müsstest du feststellen, dass Marseille im Durchschnitt nur etwa 15 Schuss gebraucht hat, um kleinere Nouroi vom Himmel zu holen. Ein normales Magazin einer MG34 fasst 50 Schuss. Selbst in den Trommelmagazinen sind nur 75. Eine normale Witch feuert die vielleicht in einem einzigen Feuerstoß. Marseille dagegen konnte fünf von ihnen mit einem Trommelmagazin erledigen. Ein Mal zog sie mit einem 250er Tellermagazin los und kam mit einem neuen Rekord von zehn Neuroi in einem Rutsch zurück."

Rall erzählte weiter und wedelte dabei mit einem imaginären Maschinengewehr, während sie Flugbewegungen machte. Sie war so von ihrer Vorstellungskraft eingenommen, dass sie an einer Stelle sogar tat, als wechselte sie das Magazin. Mit ihrer Verletzung nicht wieder fliegen zu können, muss hart für sie gewesen sein.

"Das ist ohne Frage einfach erstaunlich. Normalerweise braucht man schon eine Menge Kugeln, um den Kern überhaupt ausfindig machen zu können, und an magischen, die man danach in ihn hineinjagt, um ihn zu zerstören, braucht man sogar noch mehr. Marseille dagegen findet und zerstört den Kern gewöhnlich innerhalb eines ersten Angriffs. Man kommt nicht umhin, zu denken, der Kern bewege sich dorthin, wohin Marseille schießt."

Ein einnehmendes Lächeln stellte sich auf Ralls Gesicht ein, als sie ihre Geschichte fortsetzte. Es war unbeschreiblich schwer, den Kern zu finden, aber manche Witches hatten die besondere Gabe, ihn ausmachen zu können. Marseille hatte sie nicht, aber mit ihren scharfen Augen war es ihr dennoch möglich, ihn mit einem Blick auf den Feind zu finden.

"Ich glaube nicht, dass es dieser Tage auch nur eine andere Witch gibt, die an Marseille heranreicht. Sie ist überwältigend, sowohl was die Handhabung einer Striker Unit als auch die Treffsicherheit angeht. Insbesondere was das Letztere betrifft, ist sie zweifellos die Beste in Karlsland, nein, in den ganzen Vereinigten Streitkräften der Menschen."

Rall verzerrte das Gesicht, als sie fertig war. Vielleicht wegen der Schmerzen auf Grund ihrer Wirbelsäulenverletzung, vielleicht weil sie so schnell wie möglich genesen wollte, um aufs Schlachtfeld zurückkehren zu können.

Mit den besten Wünschen an Oblt. Rall für ihre Gesundung verabschiedete ich mich Richtung Afrika.



Zurück zu Kapitel 2 Zurück zur Hauptseite Weiter zu Kapitel 4